Neuerwerbungen
Ölgemälde von Caspar Benedikt Beckenkamp:
Reiterporträt der Kunigunde von Sachsen, Fürstäbtissin von Essen (ca. 1770 bis 1779)

Das Gemälde zeigt Kunigunde von Sachsen, die Schwester des Kurfürsten Clemens Wenzeslaus, in einem Jagdkostüm zu Pferde. Das Gemälde gibt es in drei Ausführungen. Zunächst malte Beckenkamp eine große Version, die heute noch auf Schloss Bürresheim hängt. Auf dieser großen Version erkennt man auch noch im Hintergrund das kurfürstliche Schloss Kärlich, welches in napoleonischer Zeit zerstört wurde.
Zudem malte Beckenkamp zwei kleinere Wiederholungen des Gemäldes. Eine hing bis zum Zweiten Weltkrieg im Mittelrhein-Museum, ging aber bei Kriegssende verloren. Die hier vorliegende dritte Version befand sich in Privatbesitz und gelangte erst dieses Jahr als Schenkung in das Mittelrhein-Museum. Das Gemälde passt hervorragend zum ausgestellten Ehrenbreisteiner Schützensilber, denn Kunigunde war eine hervorragende Jägerin und Schützin, sie wurde selbst in Ehrenbreitstein Schützenkönigin.
Der Maler Beckenkamp (Ehrenbreitstein, 1747-1828 Köln) erfuhr seine erste Ausbildung bei seinem Vater Laurenz Beckenkamp (1704-1762), Hofmaler in Ehrenbreitstein, später arbeitete er unter Januarius Zick in Ehrenbreitstein und bei Christian Georg Schütz d.Ä. (1718-1791) in Frankfurt. 1781-84 war er wieder in Ehrenbreitstein, nach dem frühen Tode seiner Frau hielt er sich von 1785-94 in Bonn auf und ging 1794 nach Köln, wo er bis zu seinem Tode blieb.
Beckenkamp war hauptsächlich als Portraitmaler tätig, seine Auftraggeber fand er in adeligen und großbürgerlichen Kreisen.
(Text: Dr. Matthias von der Bank, Mittelrhein-Museum Koblenz)
Rekonstruktion eines historischen Damenkleides nach Vorlagen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Maria Magdalena van Beethoven liebte schöne Kleider und besaß eine elegante Garderobe. Daran erinnerte sich zumindest Cäcilie Fischer (1762-1845), die lange Jahre im selben Haus wie sie lebte und in engem Kontakt zu ihr und ihrer Familie stand.
Diese Tatsache hat die Freunde und Förderer des Mutter-Beethoven-Hauses dazu angeregt, die Rekonstruktion eines festlichen Kleides in Auftrag zu geben, das denjenigen entsprechen sollte, die Beethovens Mutter besessen hat.
Die Anfertigung des Kleides, der Unterkleidung und der Haube übernahm Dr. Beate Marks-Hanßen, Purpurvilla, Bonn. Dabei orientierte sie sich an Darstellungen aus Bonn und Koblenz, die in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden – so etwa an einem Portrait der Anna Ries, die mit Ludwig van Beethovens Geigenlehrer verheiratet war. Aber auch ein Schattenriss, der Helene und Eleonore von Breuning zeigt, und ein Bildnis der Ehefrau des Jakob von Düsseldorf, das im Untergeschoss des Museums zu sehen ist, dienten als Vorlagen.
Das so entstandene, im Museum Mutter-Beethoven-Haus ausgestellte Ensemble besteht aus einem Kleid im Typ der sogenannten „Robe à l’anglaise“ (Kleid englischer Art), wie sie zu Lebzeiten Maria Magdalena van Beethovens von Damen aus dem Adel und dem gehobenen Bürgertum getragen wurde, und einer Organza-Haube mit großen Schleifen und Satin-Bändern.
Aber nicht nur das Obergewand, sondern auch die Unterkleidung entspricht ganz historischen Vorbildern aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Über einem Hemd trug man ein Mieder (Schnürbrust) sowie zwei üppige Unterröcke. Und auch auf eine Besonderheit der „Robe à l’anglaise“, den „Cul de Paris“ (das heißt das Aufbauschen des Kleides auf der Körperrückseite durch zwei unter den Röcken getragene Polster), wurde nicht verzichtet. Diese Kleidungsstücke sind allerdings nur bei speziellen Vorführungen im Museum zu sehen.
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Barockes Wohnhaus in Ehrenbreitstein (Helfensteinstr. 86 /Ecke Humboldtstr.) Ehemals Wohnhaus des Komponisten und Kirchenmusikers Josef Buschmann (1893–1966). Öl, Mitte 19. Jahrhundert, später aufgezogen auf Hartfaserplatte 18 x 24 cm. Ersteigert durch M. Diehl bei Auktionshaus Lux, Koblenz, 17./18.3.2023, Ausrufpreis: 80,00 Euro.
Mittelrhein-Museum Koblenz – Inv.-Nr: noch fehlend
(Dauerleihgabe der Förderer des Mutter-Beethoven-Hauses)
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