Neuerwerbungen

Rekonstruktion eines historischen Damenkleides

nach Vorlagen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Maria Magdalena van Beethoven liebte schöne Kleider und besaß eine elegante Garderobe. Daran erinnerte sich zumindest Cäcilie Fischer (1762-1845), die lange Jahre im selben Haus wie sie lebte und in engem Kontakt zu ihr und ihrer Familie stand.

Diese Tatsache hat die Freunde und Förderer des Mutter-Beethoven-Hauses dazu angeregt, die Rekonstruktion eines festlichen Kleides in Auftrag zu geben, das denjenigen entsprechen sollte, die Beethovens Mutter besessen hat.

Die Anfertigung des Kleides, der Unterkleidung und der Haube übernahm Dr. Beate Marks-Hanßen, Purpurvilla, Bonn. Dabei orientierte sie sich an Darstellungen aus Bonn und Koblenz, die in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden – so etwa an einem Portrait der Anna Ries, die mit Ludwig van Beethovens Geigenlehrer verheiratet war. Aber auch ein Schattenriss, der Helene und Eleonore von Breuning zeigt, und ein Bildnis der Ehefrau des Jakob von Düsseldorf, das im Untergeschoss des Museums zu sehen ist, dienten als Vorlagen.

Das so entstandene, im Museum Mutter-Beethoven-Haus ausgestellte Ensemble besteht aus einem Kleid im Typ der sogenannten „Robe à l’anglaise“ (Kleid englischer Art), wie sie zu Lebzeiten Maria Magdalena van Beethovens von Damen aus dem Adel und dem gehobenen Bürgertum getragen wurde, und einer Organza-Haube mit großen Schleifen und Satin-Bändern.

Aber nicht nur das Obergewand, sondern auch die Unterkleidung entspricht ganz historischen Vorbildern aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Über einem Hemd trug man ein Mieder (Schnürbrust) sowie zwei üppige Unterröcke. Und auch auf eine Besonderheit der „Robe à l’anglaise“, den „Cul de Paris“ (das heißt  das Aufbauschen des Kleides auf der Körperrückseite durch zwei unter den Röcken getragene Polster), wurde nicht verzichtet.  Diese Kleidungsstücke sind allerdings nur bei speziellen Vorführungen im Museum zu sehen.

(HIER gibt es weitere Fotos der Neuerwerbung)

 

Barockes Wohnhaus in Ehrenbreitstein (Helfensteinstr. 86 /Ecke Humboldtstr.) Ehemals Wohnhaus des Komponisten und Kirchenmusikers Josef Buschmann (1893–1966). Öl, Mitte 19. Jahrhundert, später aufgezogen auf Hartfaserplatte 18 x 24 cm. Ersteigert durch M. Diehl bei Auktionshaus Lux, Koblenz, 17./18.3.2023, Ausrufpreis: 80,00 Euro.

Mittelrhein-Museum Koblenz – Inv.-Nr: noch fehlend

(Dauerleihgabe der Förderer des Mutter-Beethoven-Hauses)

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