{"id":217,"date":"2024-02-08T21:37:59","date_gmt":"2024-02-08T20:37:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.endkorrektur.de\/Beethoven\/?page_id=217"},"modified":"2024-02-14T09:33:11","modified_gmt":"2024-02-14T08:33:11","slug":"clemens-brentano","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.mutter-beethoven-haus.de\/?page_id=217","title":{"rendered":"Clemens Brentano"},"content":{"rendered":"<section data-id=\"d51e245\" data-element_type=\"section\">\n<figure id=\"attachment_425\" aria-describedby=\"caption-attachment-425\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-425\" src=\"https:\/\/www.endkorrektur.de\/Beethoven\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Brentano2-rotated-1-236x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"636\" srcset=\"https:\/\/www.mutter-beethoven-haus.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Brentano2-rotated-1-236x300.jpeg 236w, https:\/\/www.mutter-beethoven-haus.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Brentano2-rotated-1.jpeg 710w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-425\" class=\"wp-caption-text\">Emilie Linder, Clemens Brentano, 1837<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Dichter Clemens Brentano (1778\u20131842), einer der Hauptvertreter der deutschen Romantik, wurde in Ehrenbreitstein im Haus seiner Gro\u00dfeltern la Roche geboren, als sich seine Mutter Maximiliane gerade dort zu Besuch aufhielt. Sie hatte mit 17 Jahren den Frankfurter Kaufmann und Witwer Peter Anton Brentano (1735\u20131797) geheiratet. Clemens erhielt den Namen seines Taufpaten, des Trierer Kurf\u00fcrsten Clemens Wenzeslaus (1739\u20131812). Die Familie Brentano lebte in Frankfurt, der sechsj\u00e4hrige Clemens wurde jedoch mit seiner Schwester Sophie (1776\u20131800) zur Entlastung seiner Mutter zu seiner Tante Luise M\u00f6hn (1759\u20131832) nach Koblenz geschickt, da diese selbst keine Kinder hatte. Er blieb dort bis Ende des Jahres 1786 und stellte diese Zeit sp\u00e4ter in recht d\u00fcsteren Farben dar. Der Ehemann der Tante, ein Koblenzer Revisionsgerichtssekret\u00e4r, trank und war gewaltt\u00e4tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einem kurzen Aufenthalt in seinem Elternhaus in Frankfurt kehrte Clemens im Herbst 1787 wieder nach Koblenz zu seiner Tante zur\u00fcck. Er besuchte das Jesuiten-Gymnasium und hatte Kontakt zu verschiedenen Koblenzer Familien: G\u00f6rres, Lassaulx und Liel. Als sich seine Tante 1789 von ihrem Mann scheiden lie\u00df und zu ihrer Mutter Sophie La Roche nach Offenbach zog, fand Clemens Brentano Quartier im Haus des Geheimrates Christian Linz (1745\u20131813). Dort blieb er bis zum Herbst 1790.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Juni 1802 besuchte Brentano ein weiteres Mal Koblenz, als er zusammen mit Achim von Arnim (1781\u20131831) eine Rheinreise unternahm. Die beiden reisten von Frankfurt aus zun\u00e4chst nach Bingen. Von dort ging es weiter\u00fcber R\u00fcdesheim nach Koblenz. Diese Reise war f\u00fcr Brentano von gro\u00dfer Bedeutung und ihre Eindr\u00fccke haben im Briefwechsel von Arnim und Brentano vielf\u00e4ltige Spuren hinterlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das poetisch verkl\u00e4rte Leben auf dem Rhein wurde zu einer der Wurzeln der Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn. Auch in Brentanos Gedichten und in seinem M\u00e4rchen vom Rhein (1810\u20131812 geschrieben, 1846 gedruckt) finden sich Anspielungen auf diese Reise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es vergingen einige Jahre, in denen Clemens Brentano an den unterschiedlichsten Orten lebte, bis er wieder in engeren Kontakt mit der Stadt Koblenz kam. W\u00e4hrend eines Aufenthalts in Frankfurt bei seiner Familie lernte er Anfang 1825 den Koblenzer Fabrikanten und Stadtrat Hermann Joseph Dietz (1782\u20131862) kennen, bei dem er ab Mai 1825 wohnte und mit dem er ein Leben lang befreundet bleiben sollte. Dietz engagierte sich in Koblenz stark f\u00fcr die Armen- und Krankenpflege. Dank seiner Initiative wurde am 19. November 1825 ein B\u00fcrgerhospital in Koblenz er\u00f6ffnet. Brentano unterst\u00fctzte den Freund intensiv bei seinen karitativen Bem\u00fchungen. Im Mai 1828 zog Brentano bei Dietz aus, ab Juli 1829 wohnte er nicht mehr dauerhaft in Koblenz, blieb aber den sozialen Projekten von Dietz verbunden. Als er durch den Freund von der Eis- und Flutkatastrophe vom 10. Februar 1830 erfuhr, die besonders den Ort Lay betroffen hatte, sammelte er Spenden in Frankfurt und schrieb das Mosel-Eisgangs-Lied, das zugunsten der Opfer Anfang M\u00e4rz 1830 ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Bild und Text [leicht ver\u00e4ndert] entnommen aus: Koelges, B.: Sophie La Roche und Clemens Brentano in Ehrenbreitstein und Koblenz. In: von der Bank, M. [Hrsg.][2020]: Museum Mutter-Beethoven-Haus. Petersberg 2020)<\/p>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Dichter Clemens Brentano (1778\u20131842), einer der Hauptvertreter der deutschen Romantik, wurde in Ehrenbreitstein im Haus seiner Gro\u00dfeltern la Roche geboren, als sich seine Mutter Maximiliane gerade dort zu Besuch aufhielt. Sie hatte mit 17 Jahren den Frankfurter Kaufmann und Witwer Peter Anton Brentano (1735\u20131797) geheiratet. Clemens erhielt den Namen seines Taufpaten, des Trierer Kurf\u00fcrsten Clemens Wenzeslaus (1739\u20131812). Die Familie Brentano lebte in Frankfurt, der sechsj\u00e4hrige Clemens wurde jedoch mit seiner Schwester Sophie (1776\u20131800) zur Entlastung seiner Mutter zu seiner Tante Luise M\u00f6hn (1759\u20131832) nach Koblenz geschickt, da diese selbst keine Kinder hatte. Er blieb dort bis Ende des Jahres 1786 und stellte diese Zeit sp\u00e4ter in recht d\u00fcsteren Farben dar. Der Ehemann der Tante, ein Koblenzer Revisionsgerichtssekret\u00e4r, trank und war gewaltt\u00e4tig. Nach einem kurzen Aufenthalt in seinem Elternhaus in Frankfurt kehrte Clemens im Herbst 1787 wieder nach Koblenz zu seiner Tante zur\u00fcck. Er besuchte das Jesuiten-Gymnasium und hatte Kontakt zu verschiedenen Koblenzer Familien: G\u00f6rres, Lassaulx und Liel. Als sich seine Tante 1789 von ihrem Mann scheiden lie\u00df und zu ihrer Mutter Sophie La Roche nach Offenbach zog, fand Clemens Brentano Quartier im Haus des Geheimrates Christian Linz (1745\u20131813). Dort blieb er bis zum Herbst 1790. Im Juni 1802 besuchte Brentano ein weiteres Mal Koblenz, als er zusammen mit Achim von Arnim (1781\u20131831) eine Rheinreise unternahm. Die beiden reisten von Frankfurt aus zun\u00e4chst nach Bingen. Von dort ging es weiter\u00fcber R\u00fcdesheim nach Koblenz. Diese Reise war f\u00fcr Brentano von gro\u00dfer Bedeutung und ihre Eindr\u00fccke haben im Briefwechsel von Arnim und Brentano vielf\u00e4ltige Spuren hinterlassen. Das poetisch verkl\u00e4rte Leben auf dem Rhein wurde zu einer der Wurzeln der Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn. Auch in Brentanos Gedichten und in seinem M\u00e4rchen vom Rhein (1810\u20131812 geschrieben, 1846 gedruckt) finden sich Anspielungen auf diese Reise. Es vergingen einige Jahre, in denen Clemens Brentano an den unterschiedlichsten Orten lebte, bis er wieder in engeren Kontakt mit der Stadt Koblenz kam. W\u00e4hrend eines Aufenthalts in Frankfurt bei seiner Familie lernte er Anfang 1825 den Koblenzer Fabrikanten und Stadtrat Hermann Joseph Dietz (1782\u20131862) kennen, bei dem er ab Mai 1825 wohnte und mit dem er ein Leben lang befreundet bleiben sollte. Dietz engagierte sich in Koblenz stark f\u00fcr die Armen- und Krankenpflege. Dank seiner Initiative wurde am 19. November 1825 ein B\u00fcrgerhospital in Koblenz er\u00f6ffnet. Brentano unterst\u00fctzte den Freund intensiv bei seinen karitativen Bem\u00fchungen. Im Mai 1828 zog Brentano bei Dietz aus, ab Juli 1829 wohnte er nicht mehr dauerhaft in Koblenz, blieb aber den sozialen Projekten von Dietz verbunden. Als er durch den Freund von der Eis- und Flutkatastrophe vom 10. Februar 1830 erfuhr, die besonders den Ort Lay betroffen hatte, sammelte er Spenden in Frankfurt und schrieb das Mosel-Eisgangs-Lied, das zugunsten der Opfer Anfang M\u00e4rz 1830 ver\u00f6ffentlicht wurde. (Bild und Text [leicht ver\u00e4ndert] entnommen aus: Koelges, B.: Sophie La Roche und Clemens Brentano in Ehrenbreitstein und Koblenz. In: von der Bank, M. [Hrsg.][2020]: Museum Mutter-Beethoven-Haus. 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